Das Jean-Itard-Zentrum

Insgesamt bieten wir im Jean-Itard-Zentrum Platz für bis zu 26 Kinder und Jugendliche. Die Plätze teilen sich auf 4 Gruppen auf. Sie können von Kindern und Jugendlichen in einem Alter von 6 bis maximal 17 Jahren eingenommen werden, die schwere Entwicklungsdefizite, Schulphobien und traumatische Störungen aufweisen. Die Aufnahme erfolgt alters- und indikationsabhängig in eine der Gruppen. Zu Beginn durchläuft jedes Kind / jeder Jugendliche die sogenannte Diagnostikphase, in der innerhalb von bis zu drei Monaten ein Diagnostikbericht erstellt wird. Dieser Bericht kann vom zuständigen Jugendamt als Grundlage genutzt werden, um über die weitere Unterbringung des jeweiligen Kindes / Jugendlichen in einer angemessen Hilfeform zu entscheiden. Bei entsprechender Indikation kann das Kind / der Jugendliche in der jeweiligen Gruppe verbleiben.

Orientierung / Zielsetzung

Drache des Jean-Itard-ZentrumUnsere Arbeit zielt primär darauf ab, eine positive Veränderung bei den Kindern und Jugendlichen, die in das JIZ kommen, herbeizuführen. Es geht uns darum, eine Verarbeitung des persönlichen Traumas sowie eine konfliktfreie Kommunikation mit der jeweiligen Herkunftsfamilie und dem Umfeld zu ermöglichen.
Um dieses Ziel erreichen zu können, findet unsere Arbeit in einem überschaubaren und sicheren Rahmen statt. Das heißt, dass alle Bereiche des Lebens, wie Schule, Freizeit, Mahlzeiten und Therapie etc. unmittelbar auf dem Zentrumsgelände dargeboten werden. Auf diese Weise bieten wir den Kindern und Jugendlichen ein Lern- und Übungsfeld, das sich durch einen stark strukturierten Tagesablauf auszeichnet.

Therapie

Bei Bedarf bieten wir ergänzende therapeutische Angebote für die bei uns untergebrachten Kinder und Jugendlichen. Dabei verfolgen wir das Ziel, den jeweiligen Klienten bei der Bewältigung des persönlichen Traumas zu begleiten. Unsere Angebote liegen im Bereich der Kunst-, Verhaltens- und Gesprächstherapie.
Zusätzlich können wir aus den Feldern Ergotherapie und Logopädie Fachkräfte zur Bewältigung individueller Entwicklungsdefizite einbinden.

Schule

Ein wichtiger Baustein unseres Gesamtkonzepts ist die in das Jean-Itard-Zentrum integrierte Jean-Itard-Ersatzschule (Oberschule mit kooperativen integrativen Förderklassen). Mit einem individuellen und für jeden Schüler maßgeschneiderten Lernangebot wollen wir die Kinder und Jugendlichen in kleinen Lerngruppen wieder an Schule und an das Lernen heranführen. Um das zu erreichen, gibt es in der Jean-Itard-Ersatzschule fünf Lerngruppen, deren Größe durchschnittlich bei 5 Schülern je Gruppe liegt. Bei Bedarf kann die Gruppengröße je nach Sozialkompetenz und Leistungsniveau zwischen 3 und 7 Schülern variieren, um besondere Förderangebote zu schaffen.

Intensive Freizeitarbeit

Tauziehen mit KindernGroßen Wert legen wir darauf, dass die Kinder und Jugendlichen wieder lernen ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten und Freude an kreativen sowie sportlichen Hobbys zu entwickeln.
Aus diesem Grund bieten wir nachmittags täglich bis zu 10 Freizeit- bzw. Neigungsgruppen an, in denen die verschiedensten Dinge erprobt und erlernt werden können, oder in denen körperliche, sportliche Aktivitäten durchgeführt werden. Die Aufgabe unserer pädagogischen Mitarbeiter ist es dabei, darauf zu achten, dass die Kinder und Jugendlichen am Tag ein kreatives und ein bewegungsintensives Angebot nutzen. Das Ziel ist, alternative Freizeitmöglichkeiten zum bloßen Medienkonsum vor Fernseher, Playstation, Computer oder Gameboy zu etablieren.