SP sinnesspezifische Pädagogik ist ein pädagogisches Kommunikationstraining, das den Kindern und Jugendlichen hilft, mit Mitteln der nonverbalen Kommunikation wichtige Entwicklungsschritte aus den ersten Lebensjahren zu wiederholen oder neu zu erleben.
In der so genannten nonverbalen Phase lernen Kinder den Personen, Dingen und Ereignissen aus ihrer Umwelt Bewertungen und Bedeutungen zuzuordnen. Diese Bewertungen lassen sich vereinfacht auf einer Skala von „unangenehm” über „neutral” zu „angenehm” darstellen und sind Ausdruck des jeweiligen Wohlempfindens. Wächst das Kind in einer stabilen Umwelt auf, die ihm die Möglichkeit bietet ähnliche Erfahrungen wiederholt zu machen und somit stabile Bewertungen aufzubauen, bilden sich die Grundlagen für das spätere eigene Werte- und Bewertungssystem und die eigene Moral heraus.
Hat ein Kind oder Jugendlicher in seiner Entwicklung kein eigenes Bewertungssystem aufbauen können, bzw. wurde dieses durch ein traumatisches Ereignis zerstört, verhält es sich häufig unangemessen und inkonsistent. Es scheint gegenüber Konsequenzen immun zu sein, da diese keinerlei Wirkungen haben und ist kaum in der Lage mögliche Gefahren oder Folgen von seinen Handlungen abzuschätzen. Von außen betrachtet, wirkt das Kind / der Jugendliche moralfrei und scheint sich in Schleifen zu verhalten.
In den SP Übungen lernt das Kind in einem inhaltsfreien und nonverbalen Rahmen, analog zur nonverbalen Entwicklungsphase, die Zuordnung von Bewertungen zu verschiedenen Reizen vorzunehmen. Dazu werden mehrere Reize innerhalb eines Sinnessystems angeboten und vom Kind hinsichtlich des eigenen Wohlempfindens bewertet. Im Laufe eines Durchgangs werden alle Sinne gezielt angesprochen und miteinander verbunden. Das Kind erfährt über die fortschreitenden Übungen eine immer größere Bewertungssicherheit und überträgt seine persönlichen Erkenntnisse in den Alltag.
Letztendlich bildet das Kind ein eigenes Wertesystem, das ihm hilft mögliche Handlungen auf ihre Konsequenzen hin einzuschätzen und sich dadurch angemessener zu verhalten. Weiterhin lernt das Kind / der Jugendliche, was er mag oder nicht mag und sich entsprechend der eigenen Einschätzung kongruent zu verhalten.
