Das Konzept

In diesem Buch werden die pädagogischen Ansätze für traumatisierte und verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche beschrieben und bleiben damit nicht nur einem kleinen Kreis von Fachleuten vorbehalten, sondern sind Eltern, Betroffenen und Interessierten zugänglich. Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Erläuterung des therapeutisch-pädagogischen Konzepts in Verbindung mit den theoretischen und praktischen Grundlagen von Traumafolgestörungen.

Jean-Itard-Zentrum.

Ein pädagogisches Konzept für traumatisierte Kinder und JugendlicheVerlag GSP mbH,
3. Auflage 2017, ISBN: 978-3-9437909-92-4, 19,95 €
erhältlich im Buchhandel

Buchtitel Jean-Itard-ZentrumAus dem Inhalt

Wenn Kevin nach dem Essen auf die Straße geht, zieht er sich seine gerade wie auch immer erworbenen Schuhe an, die zur Zeit der Stand aller Dinge sind. Er wirft sich die Jacke über, die gestern noch ein anderer getragen hat und heute seine Trophäe ist. Er geht aus dem Haus, sein Blick sucht die Straße ab, es gibt keine Gefahr. Würde er die Jungen von gestern treffen, sie hätten ein Problem, aber auch auf seine Schuhe muss er achten, wenn man sie ihm „abzieht“. Kein Polizist würde helfen, noch würde er um Hilfe bitten. Nur seine Gruppe sichert ihm Hilfe zu – gegen Gegenleistungen selbstverständlich. Nur wer kein Opfer ist, gehört dazu…

Warum gibt es Kinder und Jugendliche, die von der Familie und dem gesellschaftlichen Umfeld nicht mehr erreicht werden? Weshalb bauen sich diese Kinder ihre eigenen Sozialräume, die geprägt sind von Gewalt und Kriminalität? Wenn Regeln nicht mehr auf Anerkennung beruhen, wenn das Einhalten von Vereinbarungen nicht mehr belohnt wird, wenn Wertschätzung willkürlich ankommt, dann gibt es keine Identifikation mit bestehenden Normen und Werten – die dann selbstgewählten Regeln sind oft viel unmenschlicher, aber für den Jugendlichen häufig plausibler. Im Jean-Itard-Zentrum haben wir einen Weg gefunden, um von vielen unserer Kinder und Jugendlichen verstanden zu werden, und wie das geht beschreibt dieses Buch.

Autoren:

Jochen Sprenger
Jg. 1959, Erzieher, CJD-Jugendleiter und ausgebildeter Sachverständigen Gutachter im familiengerichtlichen Verfahren, seit 1993 selbstständiger Träger von Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtungen, Geschäftsführer einer Bildungsgesellschaft, der PTBS GmbH (Träger des Jean-Itard-Zentrums) und der Jean-Itard-Ersatzschule sowie Entwickler der SP® Sinnesspezifischen Pädagogik. Jochen Sprenger vertritt die privaten Träger als erster Vorsitzender des VPK Brandenburg e.V.

Sönke Tegtmeier
Jg. 1969, Diplom-Psychologe, Sachverständigengutachter in familiengerichtlichen Verfahren, Mediator, Trainer (dvnlp), Berater (dvnlpt) und SP-Master-Pädagoge. Seit 2001 ist er für die Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtungen Jochen Sprenger tätig, wo er zunächst innewohnend und später in der Beratung und Supervision tätig war. Herr Tegtmeier ist Mitbegründer und Gesellschafter des Jean-Itard-Zentrums. Er ist Vorstandmitglied des DVNLP, sowie Vize-Präsident der EANLP.

Janko Sprenger
Jg. 1979, studierte an der HU-Berlin Kunstgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaft. Er entwickelte mehrere Computerprogramme, arbeitete als Layouter und in der Verwaltung von mittelständischen Unternehmen. Seit 2015 ist er – neben seiner Frau Anne Sprenger – Geschäftsführer der Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtungen Jochen Sprenger GmbH. Er leitet die lerntherapeutische Einrichtung „Kieler Sprotte“ in Kronshagen und wirkt als Koordinator zwischen der Jean-Itard-Ersatzschule in Wolzig und der L.t.E. Oranienburg.